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Interview mit Falko Bozicevic, Chefredakteur vom GoingPublic Magazin

Falko Bozicevic
Falko Bozicevic

ÜBER DIE PUBLIKATION:



Going Public bietet monatlich Chance-/Risiko-Profile und Themenübersichten zu allen aktuell anstehenden Plazierungen sowie Berichte und Statistiken zu bereits erfolgten Börsengängen deutscher Unternehmen.

Was unterscheidet GoingPublic Magazin von anderen Publikationen in Ihrem Bereich?
Der Mut zur konsequenten Nische. Wir beleuchten sämtliche Börsengänge in Deutschland, wie der Magazintitel auch nahe legt. Dazu die Fokussierung auf IR-, Rechts- und Being Public-Themen. Das siedelt uns an zwischen wissenschaftlichen Publikationen einerseits und Publikumszeitschriften andererseits. In dieser Marktnische lässt es sich relativ gut leben, denn das GoingPublic Magazin gibt es seit Ende 1997. Der Umbau zum modernen Kapitalmarktmagazin erfolgte während der schweren Krise 2002/03. Seither hat sich unsere Zielgruppe auch klar auf Professionals der Financial Community ausgerichtet – und entschuldigen Sie die Anglizismen.

Was war der bisherige Höhepunkt in der Geschichte Ihrer Publikation?
Kommt ganz auf die Perspektive an. Die eine oder andere Aufsehen erregende Titelgeschichte hatten wir sicherlich, obgleich die investigativen Geschichten nicht unser ganz großes Augenmerk besitzen. Das ist nicht der Anspruch, wir sind keine Tageszeitung. Aus Sicht der Firma war ein Höhepunkt sicherlich der Börsengang Ende 2006; aus meiner eher, dass es das GoingPublic Magazin überhaupt noch gibt, denn die Krise 2001 bis 2003 war erheblich und hat einige vom Markt gefegt. 2003 gab es keinen einzigen Börsengang in Deutschland – und das bei dem Magazintitel. Die Neuerfindung in dieser schweren Zeit gebührt allerdings nicht mir, sondern den damals Verantwortlichen. Ich war seinerzeit noch in unserer Online-Redaktion.

Stellen Sie eine Themenvorschau zur Verfügung? Warum? Warum nicht?
Das tun wir, und zwar für jedes der sechs Magazine in unserem Verlag. Die Mediadaten stehen zum Download im Internet, natürlich gibt es die auch als Hardcover. Die Themen für das nächste Jahr werden in der Regel im Herbst zusammengestellt. Für spontane Sachen ist aber immer Platz: Die Vorschau gibt nur die Basis wieder, aber nicht jedes Detail. Flexibilität muss bleiben.


ÜBER PR-VERANTWORTLICHE:



Arbeiten Sie eng mit PR-Leuten zusammen, oder bevorzugen Sie es, diese auf Distanz zu halten?
Unterschiedlich. Für Input sollte man stets dankbar sein. Man kann ja noch entscheiden, ob man den berücksichtigt und wie man ihn wertet. Man darf sich nicht „volllabern“ lassen. Natürlich gibt es große Qualitätsunterschiede bei den Agenturen, das ist ein hartes Business. Auch bei den IR-Verantwortlichen der Unternehmen stellen Sie große Unterschiede fest, beispielsweise wenn wir wegen eines Gesprächs mit dem Vorstand anfragen. Einige sind äußerst professionell, andere dagegen fehl am Platze.

Haben Sie Ratschläge für PR-Leute?
Zwei Sachen gehen gar nicht. Die eine ist, dass mich jemand anruft, etwas vorschlägt, und dann muss ich feststellen, dass der- oder diejenige nicht mal unsere Publikation kennt. Das ist reiner Zeitdiebstahl. Die Zweite ist – das stößt praktisch ins selbe Horn – uns anzurufen und am Hörer ein Thema X von Kunde Y vorzuschlagen usw. usf. Soll ich das etwa alles mitnotieren? Dafür gibt es seit rund zehn Jahren doch wohl den eMail-Verkehr. Ich überfalle meinerseits niemanden mit pressierenden Anfragen am Telefon. Das gebührt allein schon der Respekt.

Welche Informationen oder Anregungen von PR-Leuten sind für Sie von Nutzen?
Lässt sich nicht pauschal sagen. Die Leute auf der anderen Seite – hoffentlich wie gesagt nicht am anderen Ende des Telefonhörers – sollten sich in meine Position hinein denken, wie ich es umgekehrt auch tue. Vorzugsweise kommt der PR-Mensch aus einer vorherigen journalistischen Tätigkeit. Dann weiß er oder sie am besten, wie es läuft.



ÜBER SIE:



Was beinhaltet Ihr Job?
Grob gesagt organisiere ich die Magazinthemen und die -zusammensetzung, darunter auch die Sonderausgaben und Beilagen. Logistik, Abwicklung und Schreiben erfolgen im Rahmen der gesamten Redaktion des Magazins in München, unserem Firmensitz, sowie in Frankfurt. Einiges davon ist komplett delegiert an meine Kollegen, auch Specials bzw. Sonderbeilagen. Stellungnahmen zu aktuellen IPOs im TV gehören zu meinen Aufgaben. Und viele, viele Dinge aus dem Tagesgeschäft.

Was lieben Sie am meisten daran?
Die Vielseitigkeit, vor allem seit ich von Frankfurt aus arbeite (Anfang 2010). Es ist nie Fließbandarbeit. Innen- und Außeneinsätze (Reisen, Events, Treffen) lassen sich gut mischen. Dazu ein hohes Maß an Eigenverantwortlichkeit.

Wie kamen Sie dazu, als Chefredakteur für GoingPublic Magazin zu arbeiten?
Ich war zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Mein Vorgänger und Kollege verließ nach vielen Jahren das Unternehmen auf eigenen Wunsch (Herbst 2006), ich wiederum hatte ohnehin eine Veränderung im Sinne. So wechselte ich kurzerhand vom Smart Investor Magazin zwei Büros weiter zum GoingPublic Magazin. Das allerdings war eine immense Umstellung.

Was war Ihr erster Job?
Neuzeitlich gesehen unsere Online-Redaktion. Auf diese Weise landete ich bei unserem 2003 lancierten Spin-off, dem Privatanlegermagazin Smart Investor. Danach dann weiter wie in der vorherigen Antwort.

Wen würden Sie am liebsten einmal treffen?
Bozicevic: Da bin ich ziemlich emotionslos. So genannte Prominente, „Superstars“ oder Next Supermodels sind meist keine. In der Wirtschaftswelt sind eher die Leisen die Weisen, nicht die Trommler.

Wer würden Sie gern für einen Tag sein?
Ehrlich gesagt: Ich würde einen Zeitsprung bevorzugen. Aus Neugier natürlich. Vielleicht ein halbes Jahrhundert. Allerdings mit Rückkehrmöglichkeit – man weiß ja nie.